Wie lautet dein voller Name?
Gardist Orlando, ganz simpel. Vielleicht kommen irgendwann noch andere Namen dazu, aber vorerst reicht das doch.
Und obwohl Orlando Bloom gerne mal bei mir klingeln darf, ist er nicht der Grund für meinen Namen. Vielmehr handelt es sich um meine Lieblingsfigur aus der englischen Literatur. Wer also mal ein wirklich witziges und ganz fantastisches Buch lesen möchte, der besorge sich „Orlando“ von Virginia Woolf.
Wann ist dein Geburtstag?
23. September, Herbstanfang! Mit dem Jahr halte ich es wie meine Tutorin, Schwester Bärberella: Ihr dürft euch eins (zwischen 1984 und 1990) aussuchen.
Wo wohnst du?
Ich gehöre der Mission Kiel an, wo ich auch lebe und immer gelebt habe.
Welche Interessen hast du?
Ui… äähm… Weltfrieden?
Wer ist/war deine Tutorin/dein Tutor?
Meine Tutorin war Schwester Bärberella Psychedelica, die ich schon seit Ewigkeiten kenne. Ganz inoffiziell würde ich aber auch den Gardisten Anastasius als Tutoren betrachten, aus Gründen, die weiter unter wohl klar werden sollten.
Wann hast du dich berufen gefühlt, dem Orden beizutreten?
Spätestens, als mir Gardist Anastasius freundlich und bestimmt mitteilte, dass er mich „im Visier hätte, zwecks Gardistenausbildung“. Und wer bin ich, dem Orden zu widersprechen?
Warum bist du bei den Schwestern der Perpetuellen Indulgenz?
Das wird jetzt eine längere Geschichte:
Wie schon erwähnt, wurde mir freundlich und bestimmt eine Karriere im Orden nahe gelegt. Mit Gardist Anastasius verband mich schon vor unser beider Ordensbeitritt eine, nennen wir es mal: respektvoll-freundschaftliche Kollegialität, die auf der Arbeit in ähnlich gelagerten Gremien beruhte. Im Klartext heißt das, dass wir des öfteren bei Planungstreffen für verschiedene Veranstaltungen zusammen saßen, uns gegenseitig in Grund und Boden diskutierten – und dann abends einen trinken gingen. Als dann erstmals Schwestern aus Berlin beim Kieler CSD auftauchten, lernte ich einige von Ihnen kennen und geriet so in den Folgejahren nach und nach in den Dunstkreis des Ordens. Auch Anastasius war inzwischen dem Ruf des Ordens gefolgt und so wurde ich bei einigen Manifestationen als Gast einfach mit eingebunden. Einen weiteren Anschub bekam mein langsames In-den-Orden-assimiliert-werden durch den Beitritt Schwester Bärberellas, mit der ich seit nunmehr vierzehn Jahren (also mehr als die Hälfte unserer beiden höchstens 28-jährigen Leben!) freundschaftlich verbunden bin und in der Kieler Szene auf vielfältigen Ebenen aktiv war. Und so sehr Anastasius auch die treibende Kraft hinter meinem Beitritt war, war doch klar, dass Bärberella meine Tutorin würde sein müssen. Und sie wartete dann ja auch geduldig darauf, dass Anastasius mich in ihren schwesterlichen Klassenraum trieb. :-)
Als dann 2011 erstmals Schwestern auf der Kieler Woche auftauchen wollten (geplant waren eine Kneipentour am Freitagabend und ein Bummel über die Kiellinie am Samstag), fragte ich, ob und wann ich mich anschließen dürfte. Ich bekam die oben bereits erwähnte Antwort, dass ich „im Visier zur Gardistenausbildung“ sei und deshalb schon beim Schminken anwesend sein solle. Möglicherweise waren auch ein paar geistreiche Getränke im Spiel. Ich nahm also als Gast (aber schon respektvoll als Quasi-Aspirant in schwarz gekleidet) an zwei ganz wunderbaren Manifestationen teil, (Wer sich die entsprechende Galerie anschauen möchte: Ich bin der hinter der Kamera ;-)) ,kurzum: Ich hatte Spaß und wollte das auch machen. Einige Tage lang feilte ich an meiner Bewerbung und wurde dann im September 2011 aufgenommen, mit sofortiger Beförderung ins Postulat. Schon jetzt ist es ein recht holpriger Weg, aber bereut habe ich ihn nicht einen Moment lang.
Welche Ziele im Leben hast du?
Es wäre dumm, so zu tun, als ob hinter unserem Auftreten keine privaten Personen mit Jobs und Privatleben stecken, aber ich möchte Orlando und die Person dahinter gerne getrennt voneinander halten. Meine Ziele als Ordensfigur sind im Augenblick, mich noch mehr mit der internationalen Schwesterngeschichte, der Sistory, zu beschäftigen. Mir ist aufgefallen, dass da noch ein oder zwei Kapitel zu den Gardisten fehlen (oder vielleicht habe ich sie nur noch nicht gefunden), da sehe ich noch Nachholbedarf.
Woran glaubst du?
An alles und nichts gleichzeitig… Doch, das geht! :-)
Was war dein schönstes Erlebnis im Orden?
Das war wohl meine erste Manifestation als Novize, aber zwischen meiner Beförderung und dem Moment, wo ich das hier verfasse, gab es auch keine weiteren Manifestationen mit mir. Aber die erste war schon toll:
Kaum durfte ich eine Spendendose halten, kamen Leute einfach so zu mir, um ihren Beitrag zur Kollekte zu leisten und mit mir zu reden. Und das Ganze geschah auf dem Weihnachtsmarkt in Oldenburg, wo auch viele Eltern mit Kindern unterwegs waren. Und wer hätte es gedacht: Scheinbar finden Kinder mich ganz toll. Und als dann ein vielleicht 10-jähriges Mädchen fragte, was denn eine Aidshilfe sei, ich es ihr erklärte, und sie dann ihr kleines Portemonnaie zückte und mir von ihrem TASCHENGELD! eine Spende in die Dose tat – Das war schon rührend. Geweiht wurde ich dann auch gleich, alles in allem war es also eine echt gelungene Manifestation.
Was war dein schlimmstes Erlebnis im Orden?
Meinen Tauschtag habe ich ja noch vor mir, aber den sehe ich eigentlich ganz entspannt. Ich hoffe aber natürlich, dass in einer so vielfältigen Truppe wie unserer die natürlich auftretenden Querelen und Unstimmigkeiten, die nun mal immer auftauchen, wenn mehr als drei Leute zusammen sich derselben Sache verschreiben, immer ein glimpfliches Ende finden werden, so dass der anstehende Tauschtag – der mir dann wahrscheinlich doch ganz furchtbar viel Spaß machen wird - in Zukunft mein schlimmstes Erlebnis gewesen sein wird. (Das, liebe Kinder, war Futur II.) :-)
Was möchtest du der Welt noch mitteilen?
Ich rede dann doch lieber mit einzelnen Menschen als gleich mit der ganzen Welt. Und ich hoffe sehr, dass ihr das als genau die Einladung versteht, als die es gemeint ist. Ich und auch alle anderen Schwestern und Gardisten kommen nämlich gerne mit euch ins Gespräch. :-)