Wie lautet dein voller Name?

Gardist Anastasius O.S.P.I.

Ich heiße Gardist Anastasius S.P.I.

Als ich passend zum seiner Zeit laufenden Kinofilm das gleichnamige Buch „Die Päpstin” gelesen habe und mir der Name das erste Mal vor die Augen kam, war ich sofort begeistert.

Und mal ehrlich: Was gibt es Geileres als „der Auferstandene” zu heißen?! ;-)

Wann ist dein Geburtstag?

Geboren wurde ich am 27.10.2009. Glaubst du nicht? Sieht man mir nicht an? Danke! :-)

Ernsthaft, ich halte von meinem eigenen Geburtstag nicht wirklich viel. Ich möchte lieber an Dingen gemessen werden, für dich ich wirklich selbst verantwortlich bin...

Wo wohnst du?

Mich hat es vor einigen Jahren der Liebe wegen ins niedersächsische Oldenburg verschlagen. Hier lebe und manifestiere ich gern.

Welche Interessen hast du?

Gardist Anastasius O.S.P.I.

Als Ordensfigur habe ich primär das Interesse unsere selbst auferlegten Aufgaben zu erfüllen und viel innerhalb der Gemeinde zu schangeln.

Prinzipiell zieht es mich immer da hin, wo wirklich viele Menschen sind und man mit interessanten Persönlichkeiten ins Gespräch kommen kann. Meine Stärke liegt darin, kritische Situationen zu meistern und auf nahezu jeden Menschen zugehen zu können und zu wollen.

Ich bin sehr IT-friendly; die Internetseite hier habe ich zum Beispiel gestrickt...

Aus weltlicher Sicht bin ich sicherlich eine Mischung aus einem Pascha und einem Macho, da man mich mit einem guten Single Malt, einer Sumatra-Zigarre, einem Stück "tote Kuh auf Teller" und "irgendwas unten rum" überglücklich machen kann :-)

Wer ist/war deine Mentorin/dein Mentor?

Ha! Das muss ich erzählen! :-)

Als Azubi in einer Mission, damals noch dem Berliner Erzmutterhaus zugehörig, hätte ich eigentlich nur eine Mentorin haben dürfen, eine Berliner Schwester oder einen Gardisten.
Das fand ich aber - allein schon aufgrund der Entfernung - ziemlich ungünstig für die Ausbildung. Zum Glück ließ sich aber die Noviziatsmeisterin (in der freien Wirtschaft: Ausbilder) davon überzeugen, dass es in solchen Fällen gerne eine Zweitmentorin vor Ort bzw. näher am Azubi geben sollte.
Toll, oder? Und wer hat's gemacht ? :-)

Kurzum, mein Erstmentor war Gardist Heinrich und meine Zweitmentorin war Schwester Sunshine, damals noch Hamburgerin.

Wann hast du dich berufen gefühlt, dem Orden beizutreten?

Gardist Anastasius O.S.P.I.

Der Ruf der großen Göttin ereilte mich bereits vor vielen Jahren als ich die Nonnen das erste Mal in Kiel live erlebt habe. Nach vielen, vielen und noch viel mehr Fragen war ich im Bilde und wusste: "Jupp, das ist genau deins". Es stand übrigens dann auch sehr schnell fest, dass ich nur Gardist werden möchte.
Mir ist noch heute schleierhaft, warum sich überhaupt Menschen auf dieser Welt in Strumpfhosen, Highheels und ähnlich unbequeme Sachen reinzwängen; blödes Patriarchat, dumme Schönheitsideale. Aber ich schweife ab...

Ich bin bereits seit meinem 17. Lebensjahr konstant ehrenamtlich tätig, sei es als Partyveranstalter, im LSVD oder im Kieler und später Oldenburger CSD-Verein.

Was "mit Anmalen" hatte ich noch nie zuvor gemacht, aber die Aufgaben und vor allem die indulgente Einstellung der Nonnen haben mich absolut fasziniert. Und das bei einem Menschen, der morgens nach dem Aufstehen so aussieht, als wenn er jetzt am liebsten das ganze Universum auslöschen möchte :-)

Tja, die Umsetzung erfolgte dann mit meinem Antrag zur Aufnahme in die Ausbildung im Herbst 2009.

Warum bist du bei den Schwestern der Perpetuellen Indulgenz?

Gardist Anastasius O.S.P.I.

Ich bin von der Grundsätzen der internationalen Schwesterngemeinschaft so sehr überzeugt, das es mich nicht stört, dafür Geld, Zeit und reine Gesichtshaut zu opfern :-)

Was mich wirklich antreibt ist der Gedanke, dass mir selbst die Ordensarbeit mehr gibt als ich ihr. Jedes Lächeln, jedes Gespräch hat immer Auswirkungen auf das nächste Aufeinandertreffen und es ist ein tolles Gefühl, wenn man spürt, dass Menschen sich freuen, wenn sie uns sehen.
Unsere Aufgaben kann ich dann nicht als Arbeit ansehen, es macht einfach nur Spaß!

Welche Ziele im Leben hast du?

Ordenstechnisch gesehen: Ich möchte gerne einmal sagen können, dass ich nahezu jede Schwester, jeden Gardisten, Engel, etc. mal kennengerlernt habe.

Weiterhin sehe ich erst dann den Grundstein unserer Arbeit als gelegt an, wenn ich irgendwann mal NICHT mehr gefragt werde, was wir seien und was wir tun. Nicht dass mich die Frage nerven würde, aber ich sehe hier immer noch viel Aufklärungsarbeit und Manifestationspotenzial vor uns :-)

Woran glaubst du?

Gardist Anastasius O.S.P.I.

Ich glaube daran, dass alle Menschen gleich sind. Stigmatisierungen jeglicher Art kann man sich gepflegt sonst wo hinschieben.

Jemanden für sein Geschlecht, seine Identität, seinen Glauben, seine Hautfarbe oder einfach nur wegen Größe, Gewicht, Kleidung zu diskriminieren ist so wunderschön einfach wie dumm.

Aus meiner Sicht hat ein jeder das Potenzial das Beste aus sich zu machen und mit sich und der Welt im Reinen zu sein.

Was war dein schönstes Erlebnis im Orden?

Konkret benennen möchte keins, da es bei jeder Manifestation immer zwei Momente gibt, die ich sehr mag:

  1. Wenn man bei der Veranstaltung eintrifft und die Menschen sich freuen, einen zu sehen.
  2. Wenn ich mir am Ende der Manifestation das MakeUp vom Gesicht entfernen und die Nase putzen darf. Fast besser als Sex ;-)

Was war dein schlimmstes Erlebnis im Orden?

Ein wirklich schlimmes oder schlimmstes Erlebnis blieb mir bisher zum Glück erspart, auch wenn ich mir sicher bin, dass Kollege Zufall, Schicksal und Zeit eindeutig gegen mich arbeiten.

Was möchtest du der Welt noch mitteilen?

Ich bin verwundert, dass es so wenige Menschen mit ehrenamlichen Tätigkeiten in Deutschland gibt. Der Deutsche an sich ist gerne meckerfreudig und unzufrieden, nimmt aber seltenst das Heft in die Hand und versucht seine kleinen bis mittleren Probleme zu lösen.
Da wird zwar stilvoll gemeckert, aber nichts getan. Paradox, nicht wahr?

Vielleicht diskutieren WIR BEIDE mal darüber, wenn wir uns sehen.

Bis dahin
Anastasius